• Zhongao

Die Auswirkungen der neuen chinesischen Stahlexportbestimmungen auf den internationalen Stahlmarkt

Kernauswirkungen der neuen Stahlexportbestimmungen auf den internationalen Stahlmarkt (2026)

I. Kernaussagen
Die Einführung des Exportlizenzmanagements für rund 300 Stahlprodukte in China (gültig ab 1. Januar 2026) wird zusammen mit dem CO2-Zoll der EU im Rahmen des CBAM-Programms und dem globalen Handelsprotektionismus zu einem kurzfristigen Rückgang des chinesischen Exportvolumens, einer Verlagerung des Preiszentrums, einer Umgestaltung der globalen Angebotsstruktur und regionaler Preisunterschiede, einem Anstieg des Anteils hochwertiger/konformer Stahlprodukte sowie zu beschleunigten Anpassungen der alternativen Produktionskapazitäten und Handelsströme im Ausland führen.

II. Direkte Auswirkungen: Angebot, Preise und Handelsströme

1. Angebotsseite: Rückgang der chinesischen Gesamtexporte und Verlangsamung des Wachstums

Exportvolumen: Chinas Nettostahlexporte werden im Jahr 2026 voraussichtlich um 17 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 0,97 Milliarden Tonnen sinken, wobei bereits im Januar und Februar ein Rückgang von **8,1 %** gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war; die Exporte von Produkten mit geringer Wertschöpfung (Knüppel, Standardstahl) sind deutlich stärker eingeschränkt.

Compliance-Schwellenwerte: Lizenzen + Qualitätsrückverfolgbarkeit + gestaffelte Vergabe werden kleine und mittlere Händler sowie nicht konforme Aufträge aussortieren und gleichzeitig den Marktanteil führender Unternehmen erhöhen.

1. **Zeiteffekt:** Die Antragsfrist beträgt 3-5 Werktage, was zu kurzfristigen Verzögerungen bei der Zollabfertigung und der Vertragserfüllung führt. Die Aufträge konzentrieren sich auf konforme Unternehmen.

2. **Preisseite:** Die globalen Stahlpreise steigen, und die regionalen Preisunterschiede verringern sich.

Chinas Exportpreise steigen: Erhöhte Compliance-Kosten und ein Rückgang ungeordneter Niedrigpreisexporte haben zu einer Erholung des durchschnittlichen Exportpreises von Stahlprodukten geführt und damit Asien, den Nahen Osten und Lateinamerika deutlich gestützt.

Die regionalen Preisunterschiede verringern sich: Die Preise in China gleichen sich denen von Konkurrenten wie Japan, Südkorea und Indien an, wodurch der Preisvorteil optimiert und gleichzeitig ein gewisser beibehalten wird.

**Kostensteigerung:** Mit der vollständigen Umsetzung des EU-weiten CO2-Abbaumodells (CBAM) sind die CO2-Kosten pro Tonne Stahl für Unternehmen, die Stahl mit langen Verarbeitungsprozessen herstellen, um etwa 45 € gestiegen, was die Wettbewerbsfähigkeit von Exporten nicht-grünen Stahls weiter schwächt.

3. **Handelsströme:** Aufträge verlagern sich hin zu alternativen Kapazitäten und konformen Kanälen.

Die Seidenstraßeninitiative, ASEAN, der Nahe Osten und Lateinamerika bleiben die Hauptabnehmerländer, doch Auftragsvolumen und -häufigkeit verbessern sich, wobei der Anteil risikoarmer und konformer Aufträge steigt.

**Alternative Kapazitäten:** Die erhöhte Kapazitätsauslastung in Indien, der Türkei, ASEAN und Osteuropa lenkt die Nachfrage im unteren und mittleren Preissegment um, was in einigen Bereichen zu einem erhöhten Angebot, aber auch zu einem entsprechenden Preisanstieg führt.

Hochwertige Produkte: Spezialstahl, hochfester Stahl und Elektrostahl genießen bei Export und Quotengarantien Priorität. Das weltweite Angebot an hochwertigen Produkten ist knapp, was zu stabilen Preisen führt.

III. Mittel- bis langfristige Trends: Strukturelle Modernisierung und Umstrukturierung

Optimierung der Exportstruktur: Der Anteil von Produkten mit geringer Wertschöpfung sinkt, während hochwertige Bleche, Spezialstähle und umweltfreundlicher Stahl die Hauptrolle spielen. Der Handel verlagert sich von einer mengengetriebenen Preissenkung hin zu einem qualitäts- und normkonformitätsgetriebenen Wachstum.

Neugestaltung der globalen Wettbewerbslandschaft: Handelshemmnisse werden zur Normalität. Die dreifache Belastung durch CBAM, Lizenzen und Antidumpingmaßnahmen verschiebt Chinas Stahlexporte von einem „Skalenvorteil“ hin zu einem umfassenden Vorteil aus Technologie, Kosten und Compliance.

Beschleunigter Ausbau der Kapazitäten und Zusammenarbeit im Ausland: Führende Unternehmen errichten Schmelz- und Verarbeitungsbetriebe im Ausland, um die Exportabhängigkeit zu verringern und die lokale Versorgung sowie die Einhaltung der Kohlenstoffstandards zu verbessern.

IV. Wichtigste Risiken und Signale

Kurzfristige Risiken: Sinkende Exportaufträge, erhöhte Compliance-Kosten (ca. 50-100 RMB pro Sendung) und insgesamt höhere Kosten aufgrund von Transport- und geopolitischen Störungen.

Positive Signale: Verbesserte Exportaufträge, ein positiver Preiskreislauf und eine gestiegene Verhandlungsmacht bei High-End-Produkten mindern den Druck durch internationale Handelskonflikte.

V. Zusammenfassung Kern der neuen Regelungen ist die Kontrolle des Gesamtvolumens, die Optimierung der Struktur und die Stärkung der Einhaltung von Vorschriften. Kurzfristig wird dies zu einem Rückgang der chinesischen Exporte, einem Anstieg der Weltmarktpreise und einer Neuausrichtung von Angebot und Nachfrage führen. Mittel- und langfristig wird die Modernisierung des globalen Stahlhandels hin zu höherer Wertschöpfung, geringeren CO₂-Emissionen und Einhaltung von Vorschriften gefördert und der Aufbau alternativer Produktionskapazitäten sowie die regionale Arbeitsteilung beschleunigt.


Veröffentlichungsdatum: 13. März 2026